Systemische Gespräche und mehr

 

 

Systemische Therapie unterscheidet sich deutlich von anderen Therapien, weil im Gespräch u. a. die jeweiligen Problemen mit dem Kontext (Familie, Freundes- kreis, Arbeit, ...) vernetzt werden. Durch diese Verknüpfungen können mögliche Bedeutungen und Funktionen von Irritationen im umgebenden Beziehungssystem verdeutlicht, erfahren und überprüft werden, um so leichter angemessene  eine Lösung zu finden.

Gleichzeitig kann der Ist-Zustand als immer währender Prozess verstanden werden, der erneut in Veränderung gehen darf, auch damit entstandene Lösungen nicht zum neuen Problem werden.

Eventuell zeigen sich tiefe Glaubenssätze, die erweitert dürfen. Oft wurden diese im Baby/Kleinkindalter mehr gefühlt und gespeichert, als gedacht und erst später mit Worten gefüllt. Ein kleiner Mensch kann noch nicht zwischen sich und der Situation unterschieden. Auch gibt es noch keine Wort/Sprachfähigkeit, um zu differenzieren und so wird dieses Erleben mit sich selbst verknüpft. Solche Erfahrungen (Entwicklungstraumen, Laurent Heller) und die damit eingelagerten Erinnerungen  werden im Leben und seinen verschiedenen Bereichen berührt und lassen Menschen unbewusst auf eine evtl. scheinbar unangemessene oder gefühlt auf immer die selbe Art reagieren. Mit auflösenden Verfahren können sich diese Belastungen umwandeln. In den gemeinsamen Gesprächen entstehen eher Ideen, Zusammen- hänge werden erkannt und Räume erweitern sich und das lädt Veränderungen ein.

Möglicherweise kann es Sinn machen, diese und die eigenen Widersprüchlichkeiten als Anteile zu benennen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen (innere Team). So verstärkt sich der Kontakt zu inneren Reichtümern und eventuel entwickeln sich leichter Lösungen. Vieleicht können mit ihnen andere, weitere, neue, kleine oder größere Handlungen erprobt werden.

Es ist eine humanistische Therapie, d. h. Gespräche und Aufstellungen finden auf Augenhöhe statt.

In diesem Rahmen bestimmt die Klientin i. d. R. das Anliegen, an dem gearbeitet wird, den Abstand der Sitzungen und das Ende der Therapie.

 

Aufstellungen geben eine in der Person vorhandene unbewusste Idee der jeweiligen Problematik und der darin liegenden Dynamik wieder. Es ermöglicht neue sinnliche Erfahrungen über die im Fokus stehende Situation.

In meiner Praxis veranschaulicht die Klientin durch das Stellen von Puppen oder Legen von Bodenankern im Raum die Problematik. Mit Ansehen oder "sich auf die Bodenanker Stellen" und Einfühlen werden neue Erkenntnisse gefühlt, erfahren und gewonnen. Beim Umstellen der Puppen oder dem Umlegen der Bodenankern können neue Lösungen "ausprobiert" werden.